Skip to main content

Internationale Outdoor-Marke Woolrich Europe kündigt offiziellen Ausstieg aus Pelz an

Raccoon dog on a fur farm

Humane World for Animals

BERLIN/LONDON – Die internationale Outdoor-Marke Woolrich Europe hat in Zusammenarbeit mit der Fur Free Alliance, einem Bündnis von 45 Tierschutzorganisationen – darunter auch Humane World for Animals (ehemals Humane Society International) – in mehr als 30 Ländern, offiziell angekündigt, künftig auf Pelz zu verzichten. 

Die Ankündigung erfolgt nach mehr als 200.000 E-Mails an das Unternehmen sowie öffentlichen Protestaktionen vor Geschäften in ganz Europa. Mit der Übernahme der Marke „Woolrich“ für Europa, die Türkei und Russland durch den neuen Eigentümer BasicNet im November 2025 kam neue Dynamik in den Prozess, der nun zum Beitritt zur pelzfreien Initiative der Fur Free Alliance geführt hat. 

Die Entscheidung fällt zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die Zukunft von Pelz in Europa. Die Europäische Kommission bereitet derzeit ihre Antwort auf die Europäische Bürgerinitiative „Fur Free Europe“ vor, die mehr als 1,5 Millionen Unterschriften für ein EU-weites Verbot der Pelztierhaltung gesammelt hat. Die Kommission hätte ihre Antwort ursprünglich im März 2026 vorlegen sollen, die Entscheidung wurde jedoch auf die Zeit nach dem Sommer verschoben. 

Im Rahmen der Vereinbarung ist Woolrich Europe dem globalen Fur Free Retailer Programme beigetreten, dem weltweit bereits 1.700 Marken und Einzelhändler angehören. Das Unternehmen wird die Produktion neuer Bekleidungsstücke mit Pelz tierischen Ursprungs bis zum 31. Dezember 2026 einstellen, ausgenommen ist der übliche Abverkauf bestehender Lagerbestände. Ab dem 1. Januar 2027 werden damit alle neuen Kollektionen von Woolrich Europe pelzfrei sein. 

Die Entscheidung zum Beitritt zur pelzfreien Initiative der Fur Free Alliance wurde von BasicNet als neuem Eigentümer von Woolrich Europe getroffen und gilt für alle europäischen Woolrich-Geschäfte. Darüber hinaus engagiert sich Woolrich Europe dafür, die pelzfreie Ausrichtung auch auf Aktivitäten außerhalb Europas auszuweiten. 

Das 1830 gegründete Unternehmen Woolrich gilt als älteste Outdoor-Bekleidungsmarke der USA. Das Unternehmen belieferte unter anderem Soldaten während des Amerikanischen Bürgerkriegs und Expeditionen in die Antarktis. Heute betreibt Woolrich weltweit 33 Geschäfte und Outlets, darunter 23 Filialen in der Europäischen Union (neun in Deutschland). 

Während der Fashion Weeks im September 2025 startete die Fur Free Alliance eine internationale Kampagne und forderte Woolrich auf, sich Mitbewerbern wie Canada Goose, Moncler, Napapijri, Parajumpers und vielen weiteren Marken anzuschließen, indem das Unternehmen eine pelzfreie Unternehmenspolitik einführt und auf Pelz von Tieren wie Kojoten und Marderhunden verzichtet. Zwei Monate später gab die italienische Unternehmensgruppe BasicNet bekannt, Woolrich Europe vom luxemburgischen Investmentfonds L-Gam übernommen zu haben. 

Shely Bryan, Director des Fur-Free-Programms bei Humane World for Animals, sagt: „Mit dem Ausstieg aus Pelz sendet Woolrich Europe eine klare Botschaft an die Europäische Kommission: Pelz ist grausam und nicht mehr zeitgemäß. Es ist an der Zeit, die Pelztierhaltung in der EU endgültig zu verbieten. Seit 2014 ist die Zahl der Tiere, die für Pelz unter grausamen Bedingungen gehalten und getötet werden, bereits um 86 Prozent zurückgegangen. Je mehr Marken wie Woolrich auf Pelz verzichten, desto stärker wird die Nachfrage weiter sinken. Wir gratulieren Woolrich zu der Erkenntnis, dass Pelz keinen Platz in einer modernen Welt hat.“ 

Joh Vinding, Vorsitzender der Fur Free Alliance, sagt: „Es ist ein deutliches Zeichen der Zeit, wenn eine Marke, die ursprünglich pelzbesetzte Mäntel für Pelzjäger*innen herstellte, nun pelzfrei wird. Der neue Eigentümer BasicNet hat erkannt, dass Verbraucher*innen heute nichts mehr mit einer überholten und grausamen Pelztierindustrie zu tun haben wollen. Stattdessen verlangen sie ethischere Materialien, die besser für Tiere und unseren Planeten sind. Wir gratulieren BasicNet dazu, die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und Woolrich ins 21. Jahrhundert zu führen.“ 

Bereits 2023 führte die Fur Free Alliance eine erfolgreiche Kampagne gegen die italienische Luxusmarke Max Mara. Darüber hinaus arbeitete das Bündnis in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Unternehmen wie Gucci, Armani, Prada und Hugo Boss zusammen, die anschließend pelzfreie Richtlinien eingeführt haben. 

Die Pelztierhaltung ist mittlerweile in 24 europäischen Ländern verboten. Israel hat den Verkauf von Pelz untersagt. In den USA gilt ein entsprechendes Verbot bereits in 16 Städten sowie im gesamten Bundesstaat Kalifornien. Auch die Schweiz hat kürzlich den Import und Verkauf von Pelzprodukten verboten, die unter grausamen Bedingungen hergestellt wurden. 

# 

Media Contacts