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70 Hunde aus Hundefleischfarm in Südkorea gerettet, kurz vor historischem Verbot ab 2027

Humane World for Animals schließt letztes Kapitel einer zehnjährigen Mission, um die grausame Industrie zu verbieten 

A small tan dog peers through the hole of a rusty metal cage

Meredith Lee/Humane World for Animals

Humane World for Animals staff check on dogs at a dog meat farm in Gangjin, South Korea on Sept. 28, 2026, the day before the dogs will be rescued. This rescue marks the last large-scale dog meat rescue in South Korea for Humane World for Animals.

BERLIN/SEOUL ― In einem bedeutenden Meilenstein für den globalen Tierschutz hat die internationale Tierschutzorganisation Humane World for Animals (ehemals Humane Society International) ihre letzte großangelegte Rettungsaktion auf einer Hundefleischfarm in Südkorea abgeschlossen, kurz bevor das historische Verbot der Hundefleischindustrie im Februar 2027 vollständig in Kraft tritt. Die Tierschutzorganisation rettete diese Woche mehr als 70 Hunde von einer Hundefleischfarm in Gangjin. Damit schließt Humane World for Animals ein wichtiges letztes Kapitel im Kampf gegen den südkoreanischen Hundefleischhandel. Seit 2015 konnten fast 3.000 Hunde gerettet werden. 

Wie Regierungsstatistiken zeigen, wurde seit Verabschiedung des Verbots 2024 nur ein winziger Bruchteil der Hunde auf Hundefleischfarmen gerettet: gerade einmal 0,3 %*. Da Humane World for Animals die einzige internationale Tierschutzorganisation ist, die großangelegte Rettungsaktionen und Adoptionen von Hunden von Hundefleischfarmen im Ausland durchführt, gehören die Überlebenden aus Gangjin wahrscheinlich zu den letzten Gruppen glücklicher Hunde, die der Schlachtung entkommen. 

Bei den Hunden – darunter Jindos, ein Deutscher Schäferhund und eine Reihe kleiner und mittelgroßer Hunde wie ein Corgi-Mix, ein Husky-Mix und mehrere Spitz-Mischlinge – handelte es sich um die letzten Überlebenden der Hundefleischfarm, auf der einst bis zu 1.000 Hunde im Jahr gezüchtet und geschlachtet wurden. Auf der Hundefleischfarm stehen Reihen von rostigen, leeren Käfigen, die einst voller Hunde waren. Der Boden ist übersät von Halsbändern und den skelettierten Kieferknochen längst verstorbener Hunde. Die Rettungsaktion auf dieser Hundefleischfarm steht symbolisch für den Niedergang der Hundefleischindustrie in Südkorea. Die Branche befindet sich in ihrer Endphase, die Mehrheit der registrierten Farmen ist inzwischen geschlossen. 

Sangkyung Lee, Kampagnenleiter von Humane World for Animals Korea, sagt: „Seit mehr als einem Jahrzehnt haben unsere Tierrettungsteams den Scheinwerfer auf Hundefleischfarmen geworfen und sich dem Schmerz gestellt, das Leid dieser Industrie mitzuerleben, während wir gleichzeitig das Leben tausender Hunde gerettet haben. Unsere letzte Rettungsaktion ist ein zutiefst bewegender Moment. Diese 70 Hunde gehören zu den allerletzten, die in dieser sterbenden Industrie leiden mussten. Sie in die USA und nach Kanada zu schicken, wo sie in liebevollen Familien ein neues Leben beginnen, fühlt sich wie das perfekte Schlusskapitel unserer zehnjährigen Mission an. Südkorea schlägt hingegen ein neues Kapitel auf, in dem Hunde als unsere Freunde und nicht als Essen betrachtet werden.“  

Von der Hundefleischfarm hat Humane World for Animals Anfang dieses Jahres erfahren, nachdem sich eine Person aus der Bevölkerung an eine lokale Tierschutzgruppe gewandt hatte. Gemeinsam informierten sie und Humane World for Animals die örtlichen Behörden, die die Hundefleischfarm wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz in Bezug auf Tierhaltung und -management belangten. Der 80-jährige Betreiber erklärte sich bereit, die verbliebenen Hunde an Humane World for Animals zu übergeben und eine schriftliche Verpflichtung zu unterzeichnen, sich nicht länger an der Hundefleischindustrie zu beteiligen. So wurde sichergestellt, dass die Hunde verschont und neu vermittelt werden, anstatt geschlachtet zu werden, und dass keine weiteren Hunde gefährdet sind. 

Da dies die letzte großangelegte Rettungsaktion auf einer Hundefleischfarm in Südkorea war, liegt der Fokus nun darauf, die Einhaltung und Durchsetzung des Verbots zu beobachten. Gleichzeitig wird Humane World for Animals weiter in anderen Teilen Asiens daran arbeiten, den Hunde- und Katzenfleischhandel durch nachhaltige, lokal geführte Lösungen in Vietnam, Indonesien und Indien zu beenden, sowie in China über eine Partnerschaft mit einer chinesischen Tierschutzorganisation. 

Wichtige Fakten: 

  • Südkoreas Verbot bzw. Sondergesetz zur Hundefleischindustrie wurde im Januar 2024 einstimmig von der Nationalversammlung verabschiedet. Es tritt am 7. Februar 2027 vollständig in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt ist es illegal, Hunde oder Hundefleisch für den menschlichen Verzehr zu züchten, zu töten, zu schlachten oder zu verkaufen – bei einer Strafe von bis zu zwei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von bis zu 30 Millionen ₩ (ca. 20.637 US-Dollar). 

  • Statistiken des Landwirtschaftsministeriums schätzen, dass es zum Zeitpunkt der Verabschiedung des Sondergesetzes 5.898 Betriebe im Hundefleischhandel gab, darunter 1.537 Hundefleischfarmen, 221 Schlachthöfe, 1.788 Händler*innen und 2.352 Restaurants. 

  • Im Mai 2026 bestätigte das Landwirtschaftsministerium, dass 82 % der registrierten Hundefleischfarmen Südkoreas (1.265) bereits vor dem vollständigen Verbot geschlossen haben, 272 Farmen sind noch in Betrieb. 

  • Die neuesten Meinungsumfragen zeigen, dass die meisten Menschen in Südkorea (86 %) kein Interesse haben, Hundefleisch zu essen. 

  • Hunde leiden auf Hundefleischfarmen immens, sowohl körperlich als auch seelisch. Sie verbringen ihr Leben in kleinen, kargen Drahtkäfigen ohne ausreichend Futter, Wasser, Beschäftigung, Komfort, Schutz oder tierärztliche Versorgung. Sie werden durch einen Stromschlag getötet. 

  • Die Rettungsaktionen von Humane World for Animals erfolgen in Übereinstimmung mit nationalen und lokalen Gesundheits- und Sicherheitsprotokollen, einschließlich einer tierärztlichen Untersuchung sowie Impfungen gegen Tollwut, Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Parainfluenza, Leptospirose und Hundegrippe. Zudem werden die Tiere bei Bedarf auf Atemwegserkrankungen untersucht, um die Gesundheit jedes Tiers zu gewährleisten und internationale Ausfuhr- und Einfuhrbestimmungen einzuhalten. 

Bild- und Videomaterial herunterladen: 

*Anmerkungen: Von den rund 393.857 Hunden, die auf bereits geschlossenen Farmen gezählt wurden, wurden schätzungsweise 381.465 – etwa 97 % – zur Schlachtung geschickt oder auf andere Farmen umverteilt. Insgesamt wurden 9.358 Hunde auf andere Farmen verlegt; nur 623 Hunde wurden adoptiert und 498 an öffentliche Tierheime übergeben. Das bedeutet, dass nur 1.121 der 393.857 Hunde (bzw. 0,3 %) lebend herauskamen. 

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