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„Fair Play für Tiere“: Der Fan-Guide zur WM

Humane World for Animals teilt 11 einfache Wege, um die kommende Fußballweltmeisterschaft zu genießen und dabei Tiere zu schützen

Kimberlee Dinn's Kittens

Meredith Lee

BERLIN—Internationale Sportveranstaltungen wie die Männer-Fußballweltmeisterschaft 2026 bringen Menschen zusammen, können aber gleichzeitig auch den Lärm, Konsum und Stress für Tiere erhöhen. Mit dem Fan‑Guide „Fair Play für Tiere“ zur WM veröffentlicht Humane World for Animals (ehemals Humane Society International) 11 einfache, praktische Tipps, um auf verantwortungsvolle und mitfühlendere Art für Tiere zu feiern.

Sylvie Kremerskothen Gleason, Landesdirektorin von Humane World for Animals Deutschland, sagt: „Als eine der größten Tierschutzorganisationen weltweit sehen wir, wie große globale Ereignisse Tiere unbeabsichtigt beeinträchtigen können, oft in ganz alltäglichen Situationen. Mit diesem Fan-Guide zu einem der beliebtesten Wettbewerbe der Welt und passend zu dem Spiel, bei dem elf Menschen pro Team auf dem Platz stehen, teilen wir 11 ‚gute Spielzüge‘, die Menschen dabei helfen sollen, während der WM bewusste Entscheidungen zu treffen und sicherzustellen, dass Tiere auch in Momenten des Feierns geschützt bleiben.“


Unsere Top 11 guten Spielzüge für den Tierschutz
Vor dem Spiel: Haustiere vor dem Anpfiff schützen

  1. Aufwärmen vor dem Anpfiff

So wie die Fußballer sich vor dem Spiel aufwärmen müssen, profitieren auch Haustiere von körperlicher und geistiger Aktivität. Bewegung und Spiel helfen Tieren, Stress und Aufregung zu regulieren. Ein längerer Spaziergang, eine Spieleinheit mit einem Ball oder geistige Anregung wie ein Futterspielzeug mit Leckerlis können Hunden und Katzen helfen, Energie abzubauen und besser mit lauten und ungewohnten Situationen umzugehen.

  1. Einen sicheren Rückzugsort schaffen

Wenn ihr Freund*innen zu euch nach Hause einladet, um ein Spiel zu schauen, richtet ruhige, gemütliche Bereiche ein, in die sich Haustiere vor Lärm, ausgelassenem Verhalten, vollen Räumen und ständigem Jubel zurückziehen können. 

  1. Public Viewing? Lieber nicht

Bars, Fanmeilen und überfüllte Wohnzimmer in fremden Wohnungen überfordern Tiere oft. Die meisten Haustiere sind zu Hause besser aufgehoben, deshalb solltet ihr über eine Betreuung nachdenken oder euer Zuhause zum Mittelpunkt des Geschehens machen.

  1. Haustiere wissen nicht, was Verlängerung bedeutet

Verlängerungen und Elfmeterschießen begeistern Fans, aber Haustiere brauchen weiterhin ihre Routinen. Feste Fütterungszeiten, Spaziergänge oder der Zugang nach draußen sollten nicht verschoben werden, nur weil ein Spiel länger dauert. Haltet die vertrauten Abläufe ein, um Stress vor, während und nach dem Spiel zu reduzieren.

  1. Keinen zusätzlichen Stress verursachen

Zieht Haustieren keine Schals, Trikots oder andere Fanartikel an, die nicht für Tiere gedacht sind. Was Menschen Spaß macht, kann für Tiere stressig oder sogar gefährlich sein.

  1. Warnzeichen von Angst erkennen

Starkes Hecheln, Zittern, Verstecken, Winseln oder Unruhe können Anzeichen für Stress oder Panik sein. Frühes Erkennen hilft, eine Eskalation zu verhindern. Humane World for Animals Deutschland hat kürzlich einen Erste‑Hilfe‑Leitfaden für Haustiere veröffentlicht, der kostenlos online verfügbar ist.
 

Dr. Katherine Polak, Tierärztin und Senior Vice President, Global Programs and Policy Work, bei Humane World for Animals, sagt: „Hunde und Katzen erleben die Welt ganz anders als Menschen. Lauter Jubel, plötzliche Bewegungen, fremde Personen und veränderte Routinen aktivieren ihre Stressreaktion sehr schnell. Was Menschen als fröhliche Begeisterung wahrnehmen, kann für Tiere unvorhersehbar und bedrohlich wirken, besonders wenn der Lärm zunimmt und Emotionen hochkochen. Anhaltender Stress kann zu Angst, Panikreaktionen oder körperlichen Symptomen wie starkem Hecheln, Zittern oder Verdauungsproblemen führen. Deshalb sind Vorbereitung, Routine und die Möglichkeit zum Rückzug so wichtig. Sie geben Tieren Sicherheit und senken das Risiko von länger anhaltendem Stress bei Großereignissen wie der Fußballweltmeisterschaft.“

 

Menü am Spielabend: Essen mit „Fair Play“

  1. Das Spielfeld sauber halten

Im Fußballfieber fällt Essen leicht auf den Boden oder den Teppich. Schokolade, Trauben, Zwiebeln, Alkohol oder salzige Speisen können für Haustiere gefährlich oder giftig sein. Achtet darauf und behaltet jedes Essen im Blick, das auf den Boden, auf Stühle oder Tische fällt.

  1. Pflanzliche Optionen auf den Grill legen

Klassische Snacks wie Würstchen und Burger gehen mit Tierleid einher. Schon ein paar pflanzliche Alternativen machen das Angebot am Spieltag tierfreundlicher. Pflanzliche Würstchen oder Burger, gegrillte Tofu‑Happen mit Dip und Rohkost, Süßkartoffeln mit Chipotle-Soße oder Nachos mit grünem Chili und Jackfruit sind sättigende und beliebte Optionen für Gruppen. Selbst kleine Umstellungen wie diese können Tierleid verringern. Diese pflanzlichen Snacks lassen sich gut teilen, machen satt und passen perfekt zum Spiel.
 

Abpfiff: Auswirkungen über das Spiel hinaus
  1. Feiern, ohne Wildtiere zu erschrecken

Siegesfeiern enden oft nicht an der Wohnzimmertür. Lautes Jubeln, Autokorsos und Hupkonzerte, Knallkörper sowie unerwarteter und plötzlicher nächtlicher Lärm können Angst und Stress bei Tieren in der Nachbarschaft und bei Wildtieren in der Umgebung wie Igeln, Füchsen und Rehen auslösen. Indem ihr kontrolliert feiert, unnötigen Lärm vermeidet und Autokorsos einschränkt, helft ihr, Tiere zu schützen, die keinen Rückzugsort vor plötzlicher Unruhe haben.

  1. Trikot ja, Tierquälerei nein

Endscheidet euch beim Kauf von Fanartikeln für innovative Materialien. Viele Trikots, Schals und Accessoires bestehen aus hochwertigen recycelten oder innovativen Materialien, die ohne tierische Bestandteile auskommen. Wenn Verbraucher*innen sich für diese neuen Materialien entscheiden, bieten Marken und Händler*innen mehr davon an. Mit jedem Kauf könnt ihr Stellung beziehen, indem ihr genau diese Alternativen wählt.

  1. Fußballnetze wegräumen und nach dem Spiel aufräumen

Internationale (oder nationale) Fußballmeisterschaften motivieren viele Menschen, selbst mehr Fußball zu Hause, in Parks oder auf öffentlichen Flächen zu spielen. Zurückgelassene Fußballnetze können jedoch ein ernstes Risiko für Wildtiere wie Füchse und Rehe darstellen, die sich darin verfangen und beim Versuch zu entkommen schwer verletzen können. Rollt die Netze nach dem Spielen immer zusammen und lagert sie sicher. Gleichzeitig können Zusammenkünfte und Feiern rund um die Spiele Müll verursachen, vor allem Essensreste. Diese ziehen Wildtiere an, bringen sie dazu, Menschen mit Futter zu verbinden, und setzen sie schädlichen oder giftigen Stoffen aus. Aufgeräumte Flächen und das Einsammeln von Essensresten helfen, zu verhindern, dass Wildtiere sich an menschliche Lebensräume gewöhnen und reduzieren das Risiko gefährlicher Begegnungen in der Zukunft.

 

Verlängerung

Alle vor Gewalt schützen

Bei wichtigen Spielen können Emotionen hochkochen, besonders nach enttäuschenden Ergebnissen, und zu körperlicher Gewalt führen. Tiermisshandlung und Gewalt zwischen Menschen stehen in engem Zusammenhang1 und Studien zeigen, dass häusliche Gewalt während Sportveranstaltungen häufig zunimmt2. Alle in der Familie, einschließlich der Haustiere, sollten sich sicher fühlen und vor Gewalt geschützt sein. Denkt daran, allgemeinen Stress abzubauen, Situationen im eigenen Zuhause zu beruhigen und einzugreifen. Passt aufeinander auf und behaltet mögliche Probleme bei Freund*innen und eurer Familien im Blick. Aufeinander zu achten kann helfen, Menschen und Tiere nach dem Abpfiff zu beschützen.

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Bildmaterial von spielenden Hunden und Katzen steht hier zur Verfügung

1https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0300985815626575

2 Zum Beispiel: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3712874/; oder https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S004727272300213X   

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