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Isländische Regierung bestätigt Gesetzentwurf für mögliches Walfangverbot im Februar 2027

Ein bedeutender Meilenstein, um Islands Walfang endlich zu beenden, sagt Humane World for Animals

Workers at a dock are butchering a large whale laid out on the wet pavement.

Micah Garen/Four Corners Media

The first whales processed in Hvalfjörður Iceland during summer 2026 whale hunt.

BRÜSSEL/BERLIN – Die isländische Regierung hat offiziell bestätigt, dass sie im Februar 2027 einen Gesetzentwurf zur Änderung des Walfanggesetzes vorlegen wird. Dabei soll ein dauerhaftes Verbot des Walfangs „besondere Berücksichtigung“ finden. Humane World for Animals (ehemals Humane Society International) begrüßt diese Ankündigung.

In der bisherigen Jagdsaison wurden in Island insgesamt 80 ausgewachsene Finnwale getötet. Die Quote liegt bei 150 Tieren. Hinzu kommen mindestens sieben ungeborene Walkälber, die dabei gefilmt wurden, wie sie in der Walfangstation aus dem Körper ihrer Mütter geschnitten und weggeschleppt wurden. Sie werden nicht auf die Quote angerechnet.

Die auf der Website der Regierung veröffentlichte parlamentarische Tagesordnung für die 158. Legislaturperiode 2026 bis 2027 enthält eine Liste der geplanten Gesetzesvorhaben. Dazu gehört ein „Gesetzentwurf zur Änderung des Walfanggesetzes Nr. 26/1949 (Überarbeitung)“.

Wendy Higgins, Senior Principal, Media Relations, bei Humane World for Animals sagt: „Dies ist ein wirklich bedeutender Meilenstein, um Islands grausame und unnötige Waljagd endlich zu beenden. Ein Gesetz zum Verbot des kommerziellen Walfangs findet erhebliche politische und öffentliche Unterstützung. Zudem sprechen ethische, tiermedizinische, rechtliche und artenschutzbezogene Gründe dafür, auf einen Erfolg des Vorhabens zu hoffen. Jeder Wal, der in isländischen Gewässern mit einer explodierenden Harpune getötet wird, ist ein tragischer und völlig unnötiger Verlust für eine Industrie, die keinen Zweck erfüllt. Ein Gesetz, das dieses Töten beendet, kann nicht früh genug kommen.“

In der Ankündigung des Gesetzentwurfs heißt es, aus dem Isländischen übersetzt: „Der Gesetzentwurf sieht eine umfassende Überarbeitung des Walfanggesetzes vor. Das derzeitige Walfanggesetz stammt aus dem Jahr 1949 und wurde seit seinem Inkrafttreten nur geringfügig geändert. Der Gesetzentwurf wird auf dem Bericht einer Arbeitsgruppe aus dem Jahr 2024 über die Verwaltung und den rechtlichen Rahmen des Walfangs basieren. Besondere Berücksichtigung finden die darin geäußerten Ansichten zu einem dauerhaften Verbot des Walfangs sowie die verfassungsrechtlichen Fragen, die in diesem Zusammenhang geprüft werden müssten. Dazu gehören insbesondere die Berufsfreiheit und Eigentumsrechte. Februar.“

Im Juli richteten zahlreiche bekannte britische Persönlichkeiten, darunter Dame Judi Dench, die Sängerin und Songwriterin Leona Lewis OBE sowie die renommierten Fotograf*innen Mary McCartney und Rankin, einen Brief an Islands Wirtschaftsministerin Hanna Katrín Friðriksson. Darin brachten sie ihre „tiefe Trauer“ über das Töten der Wale zum Ausdruck und forderten Island auf, die Waljagd zu verbieten.

Fakten zum Walfang

  • Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft Finnwale weltweit als gefährdet ein.
  • Ein unabhängiger Bericht der isländischen Lebensmittel- und Veterinärbehörde aus dem Jahr 2023 kam zu dem Ergebnis, dass einige bei isländischen Waljagden getötete Tiere bis zu zwei Stunden brauchten, um zu sterben. 41 Prozent der Wale litten vor ihrem Tod erheblich. Im Durchschnitt dauerte es 11,5 Minuten, bis sie starben.
  • Vor Beginn der diesjährigen Waljagd hatte Wirtschaftsministerin Friðriksson angekündigt, im Herbst einen Gesetzentwurf für ein Walfangverbot vorzulegen.
  • Island, Japan und Norwegen sind die einzigen Länder weltweit, die weiterhin kommerziellen Walfang betreiben. Damit widersetzen sie sich dem weltweiten Moratorium, das die Internationale Walfangkommission 1986 beschlossen hat. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden in Island mehr als 1.000 Finnwale getötet.
  • Die meisten Isländer*innen essen kein Walfleisch. Der weitaus größte Teil des Walfleischs wird von ausländischen Tourist*innen in einigen wenigen touristisch ausgerichteten Restaurants verzehrt. Etwa 2,3 Millionen ausländische Tourist*innen besuchen Island jedes Jahr. 
  • Walfleisch wird gegenüber Tourist*innen irreführend als isländische Delikatesse vermarktet, obwohl weniger als zwei Prozent der Isländerinnen es essen.
  • Japan war durch Importe einst der größte Abnehmer von isländischem Walfleisch. Dieser Handel ist jedoch zum Erliegen gekommen, weil Japan aufgrund der geringen Nachfrage im eigenen Land bereits über große Vorräte an Walfleisch verfügt. Zudem hat Japan seinen eigenen Walfang ausgeweitet. Das meiste Finnwalfleisch, das derzeit in isländischen Touristenrestaurants angeboten wird, stammt von Walen, die bei norwegischen Jagden getötet wurden.

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