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Weltweite Aktion: Tierschützer*innen in 11 Städten schließen sich zusammen und übergeben 700.000 Unterschriften, um Indonesiens grausamen Hunde- und Katzenfleischhandel zu beenden

DMFI Petition Handover April 2026

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BERLIN―Um weltweite Solidarität für ein Ende des brutalen Hunde- und Katzenfleischhandels in Indonesien zu zeigen, reichten Tierschützer*innen in 11 Städten und auf fünf Kontinenten heute eine Petition mit 700.000 Unterschriften bei der jeweiligen indonesischen Botschaft beziehungsweise dem Konsulat ein. Die Petition fordert Indonesiens Präsidenten Prabowo Subianto auf, die Verabschiedung des derzeit diskutierten Tierschutz- und Tierschutzgesetzes zu unterstützen. Das Gesetz würde den Handel verbieten, bei dem jedes Jahr mehr als eine Million Hunde und unzählige Katzen gestohlen, gehandelt und für den menschlichen Verzehr getötet werden. Wird das Gesetz verabschiedet, würde Indonesien das sechste Land oder Gebiet in Asien werden, das diesen grausamen Handel ausdrücklich verbietet.

In Deutschland leben schätzungsweise 15,9 Millionen Katzen und 10,5 Millionen Hunde. Obwohl es hierzulande keinen Hunde- oder Katzenfleischhandel gibt, schützt das Tierschutzgesetz sie vor vorsätzlicher Misshandlung. Daher haben Unterzeichner*innen der Petition aus Deutschland aus Solidarität unterschrieben, damit Hunde und Katzen in Indonesien denselben rechtlichen Schutz erhalten.

Der Hunde- und Katzenfleischhandel stellt in Indonesien ein erhebliches Tierschutzproblem dar und führt zu Leid und Tod einer großen Zahl von Tieren, darunter auch gestohlene Haustiere. Hunde und Katzen werden quer durch das Land transportiert, um Märkte, Schlachthöfe und Restaurants zu beliefern, wo man sie mit primitiven und brutalen Methoden tötet.

Die massenhafte Bewegung von Hunden mit unbekanntem Krankheits- oder Impfstatus stellt zugleich ein großes Risiko für die menschliche Gesundheit dar. Sie begünstigt die Ausbreitung tödlicher Krankheiten wie Tollwut und untergräbt unmittelbar das Ziel des Landes, Tollwut bis 2030 zu eliminieren, da man infizierte Hunde in zuvor tollwutfreie Gebiete bringt. Hundediebe entziehen Gemeinden zudem geimpfte Hunde, wodurch die Herdenimmunität zerbricht. Diese wird erreicht, wenn in jedem Gebiet mindestens 70 Prozent der Hunde geimpft sind. Dies ist für die Ausrottung der Tollwut erforderlich.

Aktivist*innen von Humane World for Animals übergaben die Petition an Vertreter*innen in Australien, Brasilien, Großbritannien, Indien, Italien, Kanada, Mexiko, Polen, Südafrika, Südkorea und Thailand statt.

Julie Sanders, Director für das Ende des Hunde- und Katzenfleischhandels bei Humane World for Animals, sagt: „Ein Verbot des Hunde- und Katzenfleischhandels in Indonesien im Rahmen des Tierschutz- und Tierschutzgesetzes ist dringend nötig, um die öffentliche Gesundheit vor zoonotischen Krankheitsrisiken zu schützen und Tierquälerei zu verhindern. Unsere Petitionseinreichung in 11 Ländern zeigt die weltweite Solidarität mit Aktivist*innen sowie Gesetzgeber*innen in Indonesien, die entschlossen sind, diesen grausamen und gefährlichen Handel zu beenden, und mit Tierfreund*innen, die zunehmend besorgt sind, dass ihre Hunde und Katzen Gefahr laufen, für den Fleischhandel gestohlen zu werden, wenn das Gesetz nicht eingreift.“

Meinungsumfragen im ganzen Land zeigen, dass 93 % der Indonesier*innen ein Verbot des Handels unterstützen. Nur 5,4 % haben jemals Hundefleisch gegessen und weniger als 1% Katzenfleisch.

Lola Webber, International Director der „Dog Meat Free Indonesia“-Koalition (DMFI), sagt: „Unsere Recherchen haben ergeben, dass es in ganz Indonesien weiterhin Hunderte von Märkten und Schlachthöfen gibt, die Hunde und Katzen für den menschlichen Verzehr verkaufen. Damit stellt dieser Handel eine katastrophale Bedrohung für den Tierschutz und die Bemühungen für ein Ende der Tollwut dar. Wir stehen geschlossen hinter unserem Einsatz für ein Indonesien ohne Hunde- und Katzenfleisch, zum Schutz der Tiere, der öffentlichen Gesundheit und der Gemeinden. Rückhalt durch die überwältigende Mehrheit der Indonesier*innen, die ein Verbot unterstützen, und eine wachsende Welle regionaler Maßnahmen für ein Ende des Handels geben Indonesien jetzt die öffentliche und politische Unterstützung sowie die Chance, wegweisende, durchsetzbare Gesetze zu verabschieden und dieser Grausamkeit ein für alle Mal ein Ende zu setzen.“

Das Gesetzesvorhaben in Indonesien wird zu einem Zeitpunkt geprüft, an dem sich Südkorea darauf vorbereitet, dass das landesweite Verbot der Hundefleischindustrie im Februar 2027 vollständig in Kraft tritt. Das wegweisende Sondergesetz verbietet die Zucht, Tötung und den Verkauf von Hunden für Fleisch und markiert einen historischen Erfolg gegen den Handel. Tierschützer*innen hoffen, dass Indonesien folgen wird.

Fakten:

  • Indonesien hat schätzungsweise mehr als 16 Millionen Hunde, wobei sich die Mehrheit – etwa zwei Drittel – in Tollwut-endemischen Provinzen befindet. Konservative Schätzungen gehen davon aus, dass in Indonesien jährlich über 1 Million Hunde und zehntausende Katzen für den menschlichen Verzehr gehandelt und geschlachtet werden. 
  • Bis heute haben 121 Bezirke, Städte und Provinzen in ganz Indonesien lokale Verbote des Hunde- und Katzenfleischhandels erlassen.
  • Das im September 2025 eingebrachte Tierschutz- und Tierschutzgesetz erhält parteiübergreifende Unterstützung, darunter von der Golkar-Fraktion, der Fraktion der Nationaldemokratischen Partei, der Fraktion der Nationalen Mandatspartei und der Fraktion der Indonesischen Demokratischen Partei des Kampfes.
  • Eine von der „Dog Meat Free Indonesia (DMFI)“-Koalition in Auftrag gegebene Nielsen-Meinungsumfrage vom Januar 2021 ergab, dass 93 % der Indonesier*innen ein nationales Verbot von Hundefleisch unterstützen und nur 5 % jemals Hundefleisch konsumiert haben.
  • Schätzungsweise 30 Millionen Hunde werden jedes Jahr in Asien brutal getötet und gegessen, unter anderem in Ländern wie Vietnam, China, Kambodscha, Indonesien und mehreren Bundesstaaten im Nordosten Indiens.
  • In Asien verbieten Taiwan, Hongkong, die Philippinen, Thailand und Südkorea ausdrücklich das Schlachten und den Verkauf von Hunden und Katzen für den menschlichen Verzehr, in Südkorea tritt das Verbot 2027 in Kraft. In anderen Ländern wie Singapur und Malaysia gibt es zwar keine ausdrücklichen Verbote, doch bestehende Tierschutz-, Anti-Tierquälerei- sowie Tier- oder Lebensmittelhygienegesetze untersagen den Handel praktisch. Darüber hinaus verbieten zwei große Städte auf dem chinesischen Festland, Shenzhen und Zhuangai, sowie die Stadt Siem Reap in Kambodscha den Handel.
  • DMFI ist eine Koalition internationaler und indonesischer Tierschutzorganisationen, darunter Jakarta Animal Aid Network, Humane World for Animals, Vier Pfoten, Animals Asia, Animal Friends Jogja und Natha Satwa Nusantara. Seit 2017 engagiert sich DMFI mit politscher Arbeit, öffentlichen Kampagnen und der Zusammenarbeit mit zentralen und regionalen Regierungen, um politische Maßnahmen zu fördern, die sowohl Tiere als auch Menschen schützen.

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Bild- und Videomaterial des Hunde- und Katzenfleischhandels können hier oder hier heruntergeladen werden.

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