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Pop-up Tierkliniken in Venezuela: Hunderte Haustiere nach Erdbeben versorgt

Humane World for Animals hat bereits mehr als 350 Hunde, Katzen, Schildkröten, Kaninchen und weitere Tiere behandelt

Venezuela Earthquakes Response

Marco Salustro

BERLIN—Hunderte Tiere, die im Norden Venezuelas gemeinsam mit ihren Familien in provisorischen Notunterkünften für Geflüchtete leben, haben nach den verheerenden Erdbeben dringend benötigte tiermedizinische Hilfe erhalten. Das Tierrettungsteam der Tierschutzorganisation Humane World for Animals (ehemals Humane Society International) hat bisher mehr als 350 Tiere behandelt, hauptsächlich Hunde und Katzen, aber auch Schildkröten, Kaninchen und Vögel. Die Organisation betreibt temporäre Tierkliniken in den vier größten Notunterkünften, die von der Internationalen Organisation für Migration der Vereinten Nationen verwaltet werden. So wird die Hilfe für Tiere in die umfassendere humanitäre Hilfe eingebunden.

Gesundheit von Mensch und Tier schützen

Einsatzkräfte von Humane World for Animals aus Mexiko, Costa Rica und den USA versorgen Tiere in Notunterkünften wie dem Polideportivo-Stadion und dem Baseballstadion César Nieves in La Guaira, in denen zusammen mehr als 3.000 Menschen untergebracht sind. Sie helfen außerdem an weiteren offiziellen und inoffiziellen Unterkünften, die weiterhin Menschen und Tiere aufnehmen. Ein Außenteam arbeitet zudem in einem stillgelegten Schnellrestaurant, das sich seit der Katastrophe zu einer zentralen Anlaufstelle für die tiermedizinische Versorgung in der Gemeinde entwickelt hat.

Da Menschen und Tiere in den überfüllten Notunterkünften auf engem Raum zusammenleben, liegt ein besonderer Schwerpunkt auf Impfungen, Entwurmungen und weiteren Vorsorgemaßnahmen. So schützen die Teams die Gesundheit der Tiere und der Menschen. Die tiermedizinischen Teams behandeln außerdem verschiedene Erkrankungen und Verletzungen, darunter Haut- und Ohrenprobleme, Wunden und Knochenbrüche.

„Jedes Tier erhält Hilfe“

Felipe Marquez, Disaster Response Manager bei Humane World for Animals Lateinamerika und Leiter des Einsatzes, sagt: „Die meisten Tiere, die wir behandeln, werden von ihren Familien zu uns gebracht. Einige Tiere, die bei uns in der Klinik landen, sind aber auch Fundtiere und können niemandem zugeordnet werden. Es lässt sich nicht feststellen, ob die Verletzungen und Knochenbrüche direkt durch die Erdbeben, durch spätere Verkehrsunfälle oder durch etwas anderes verursacht wurden. Aber jedes Tier, das zu uns gebracht wird, erhält Hilfe. Inzwischen bringen auch immer mehr Familien ihre Tiere zur Behandlung zurück in die Notunterkünfte, weil sie wissen, dass unser tiermedizinisches Team hier ist, um zu helfen. Diese Menschen haben durch die Erdbeben so viel verloren. Doch es ist deutlich zu sehen, wie viel Trost es ihnen schenkt, zu wissen, dass ihre geliebten tierischen Begleiter in Sicherheit sind und gut versorgt werden.“

Humane World for Animals reagiert weltweit auf Katastrophen, um Tieren und betroffenen Gemeinden zu helfen. Das Team arbeitet daran, Tierleid zu verringern und die Resilienz von Gemeinden vor, während und nach Katastrophen zu stärken. So hat die Organisation unter anderem Tieren geholfen, die von Vulkanausbrüchen in Guatemala, Erdbeben in Nepal, Ecuador, Mexiko und der Türkei, schweren Stürmen in Indien, Haiti, Costa Rica, Südafrika, Mosambik und den Vereinigten Staaten sowie von Waldbränden in Australien und Chile betroffen waren. Außerdem unterstützt Humane World for Animals Geflüchtete und ihre Tiere, die vor dem Krieg in der Ukraine fliehen. Des Weiteren investiert die Organisation auch langfristig in Vorsorge, Schadensbegrenzung und Wiederaufbau, damit Gemeinden besser vorbereitet sind, bevor eine Katastrophe eintritt.

Fotos und B-Roll-Material zum Einsatz in Venezuela stehen hier zur Verfügung

Die Möglichkeit zu spenden sowie weitere Informationen gibt es hier.

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