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Frankreich verpflichtet sich, die Einfuhr von Jagdtrophäen geschützter Arten zu beenden

Humane World for Animals Europe begrüßt diesen wichtigen Schritt für den Wildtierschutz und fordert EU-weites Handeln

Elephant walking through plains

Victoria Grupp/Humane World for Animals

Humane Journeys travels to South Africa to visit our partners "The Lions Foundation", "African Pangolin Working Group", and "Indlulamithi Wild" in advance of the 2027 donor trip.

BRÜSSEL/BERLIN – Humane World for Animals Europe (ehemals Humane Society International) begrüßt die heutige Ankündigung der französischen Regierung, die Einfuhr von Jagdtrophäen bedrohter Arten nach Frankreich zu beenden. Die Organisation bezeichnet dies als einen bedeutenden Fortschritt für den Wildtierschutz und als deutliches Signal dafür, dass die Einfuhr von Jagdtrophäen geschützter Arten zunehmend im Widerspruch zu den Anliegen der europäischen Öffentlichkeit hinsichtlich des Schutzes von Wildtieren steht. 

Frankreichs beigeordneter Minister für den ökologischen Wandel, Mathieu Lefèvre, hat bestätigt, dass Frankreich ein „vollständiges Verbot der Einfuhr von Jagdtrophäen gefährdeter Arten“ einführen wird. Zudem wurde die Prüfung sämtlicher Anträge auf Einfuhrgenehmigungen mit sofortiger Wirkung ausgesetzt. 

Ruud Tombrock, Executive Director von Humane World for Animals Europe, erklärt:

„Die Entscheidung Frankreichs ist ein wichtiger Schritt für den Schutz gefährdeter Arten und der biologischen Vielfalt insgesamt. Sie zeigt, dass die Sorge der Öffentlichkeit um bedrohte Wildtiere in konkretes politisches Handeln umgesetzt werden kann. Humane World for Animals setzt sich sowohl auf EU-Ebene als auch in den Mitgliedstaaten für strengere Beschränkungen bei der Einfuhr von Jagdtrophäen ein. Diese Entscheidung stärkt die Argumente für ein Tätigwerden der Europäischen Kommission. Mit einem EU-weiten Verbot der Einfuhr von Jagdtrophäen gefährdeter und geschützter Arten könnte die Kommission zum Schutz von Tieren und der Biodiversität beitragen und zugleich eine Fragmentierung des EU-Binnenmarktes verhindern.“ 

Die Entscheidung baut auf dem bereits bestehenden französischen Verbot der Einfuhr von Löwenjagdtrophäen auf, das nach der Tötung des Löwen Cecil im Jahr 2015 eingeführt wurde. Zudem folgt sie auf mehr als drei Jahre koordinierter Advocacy- und Kampagnenarbeit von Humane World for Animals Europe gemeinsam mit Convergence Animaux Politique (CAP), unterstützt von der Born Free Foundation, der Fondation Brigitte Bardot, Vier Pfoten, dem Jane Goodall Institute France, der Fondation Droit Animal sowie 30 Millions d’Amis. 

Die öffentliche Unterstützung in Frankreich ist eindeutig: 91 Prozent der Französinnen und Franzosen sprechen sich für ein Verbot der Einfuhr von Trophäen gefährdeter Arten aus. Und auch in Deutschland ist die Ablehnung groß: 85,6 Prozent unterstützen ein Importverbot von Jagdtrophäen geschützter Arten nach Deutschland. 

Die Bedeutung der Entscheidung zeigt sich auch anhand der Importzahlen: Zwischen 2015 und 2024 importierte Frankreich 827 Jagdtrophäen von CITES-gelisteten Säugetierarten, darunter Leoparden, Afrikanische Elefanten und Flusspferde. Die Europäische Union insgesamt ist nach den Vereinigten Staaten der weltweit zweitgrößte Importeur von Jagdtrophäen handelsgefährdeter Säugetierarten. Zwischen 2015 und 2024 wurden 27.361 Jagdtrophäen von CITES-gelisteten Säugetieren in die EU eingeführt. 

In den vergangenen fünf Jahren hat Humane World for Animals europaweit und auf EU-Ebene intensive politische Arbeit geleistet, um nationale und europäische Beschränkungen für die Einfuhr von Jagdtrophäen durchzusetzen. Frankreich reiht sich nun in eine wachsende Zahl europäischer Länder ein. Die Niederlande, Finnland und Belgien haben bereits Beschränkungen für bestimmte Jagdtrophäenimporte eingeführt. Die heutige Ankündigung der französischen Regierung spiegelt zudem einen breiteren Wandel der öffentlichen und politischen Einstellungen wider: Die Tötung bedrohter Wildtiere als Trophäe wird in Europa zunehmend als inakzeptabel angesehen. 

Obwohl das Europäische Parlament bereits 2022 ein Importverbot gefordert hat, erlauben die aktuellen EU-Vorschriften weiterhin die Einfuhr von Jagdtrophäen als „persönliche Gegenstände“, sofern die entsprechenden Genehmigungen vorliegen. Die französische Entscheidung erhöht nun den Druck auf die Europäische Union, diese Schlupflöcher zu schließen und ihre Rolle als Absatzmarkt für Jagdtrophäen international geschützter Arten zu beenden. 

Humane World for Animals Europe fordert die Europäische Kommission daher auf, diesen politischen Rückenwind in verbindliche EU-weite Maßnahmen umzusetzen und unverzüglich ein EU-weites Verbot der Einfuhr von Jagdtrophäen bedrohter Arten vorzulegen. Solange die EU der weltweit zweitgrößte Importeur von Jagdtrophäen bleibt, ist eine europäische Gesetzgebung erforderlich, um bedrohten Wildtieren einen stärkeren und einheitlicheren Schutz in allen Mitgliedstaaten zu gewährleisten. 

Trophäenjagd bezeichnet die Jagd auf Wildtiere mit dem primären Ziel, Körperteile oder ganze Tierkörper als Trophäen, Erinnerungsstücke, Statussymbole oder zur Erlangung von Preisen und finanziellen Vorteilen zu erhalten. Humane World for Animals setzt sich dafür ein, rechtliche Schutzmaßnahmen zu stärken, die Nachfrage nach Wildtierprodukten zu verringern und Konflikte zwischen Mensch und Wildtier zu reduzieren. In Australien, der Europäischen Union, den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich sowie in afrikanischen Ländern arbeitet die Organisation daran, den internationalen Handel mit Jagdtrophäen gefährdeter Arten einzuschränken oder zu beenden. Darüber hinaus setzt sie sich insbesondere in den USA und Afrika für die Reduzierung oder Beendigung der Trophäenjagd auf Schlüsselarten wie Großraubtiere und Nashörner ein. 

Hinweise für die Redaktion

  • Die Trophäenjagd stellt eine erhebliche Bedrohung für die biologische Vielfalt und die Stabilität von Ökosystemen dar. Dabei werden Wildtiere getötet, um ihre Köpfe, Häute oder andere Körperteile als Trophäen auszustellen. Diese Praxis beschleunigt den Rückgang von Artenständen und beeinträchtigt Ökosysteme nachhaltig. 
  • Die Ankündigung der französischen Regierung bestätigt, dass die neuen Regelungen alle Arten erfassen werden, die nach den EU-Vorschriften zum Wildtierhandel den höchsten Schutzstatus genießen (Anhang A der Verordnung (EG) Nr. 338/97), sowie weitere bedrohte Arten, für deren Einfuhr die EU bereits Genehmigungen verlangt. 
  • Die Niederlande (2016), Australien (2018), Kolumbien (2019), Finnland (2023) und Belgien (2024) haben bereits Einfuhrverbote für bestimmte Jagdtrophäen eingeführt. 
  • Im überarbeiteten EU-Aktionsplan gegen den illegalen Wildtierhandel hat sich die Europäische Kommission verpflichtet, die Einfuhr von Jagdtrophäen stärker zu kontrollieren und mögliche weitere Beschränkungen zu prüfen. 
  • Trophäenjagd wird nicht nur von einer überwältigenden Mehrheit der französischen und europäischen Bevölkerung abgelehnt: So gaben beispielsweise in Südafrika, dem größten Exporteur von Wildtier-Trophäen in Afrika, zwei Drittel der Befragten an, gegen die Trophäenjagd zu sein. [Humane World for Animals Europe (2022), „Report: Hunting - Ipsos Khayabus W1 2022“, durchgeführt von Ipsos South Africa.]
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