ASSAM, Indien – Bei einem bedeutenden gemeinsamen Einsatz haben die Polizei in Assam und vier Tierschutzorganisationen – JBF (Just Be Friendly), Humane World for Animals India (ehemals Humane Society International/India), UCI Foundation und Anaajoree – 26 Hunde gerettet, die mutmaßlich für den Hundefleischhandel bestimmt waren. Die Polizei im Distrikt Karbi Anglong stoppte einen Lastwagen, der die Hunde transportierte. Die Tiere wurden mit zugebundenen Mäulern in Jutesäcke gepfercht aufgefunden.
Die geretteten Hunde wurden zunächst in die Obhut der Polizei gegeben und bei der Veterinärbehörde von Karbi Anglong untergebracht. Innerhalb weniger Stunden nach ihrer Rettung wurden sie sicher in das Integrated Care and Resource Centre for Animal Welfare von JBF in Guwahati gebracht. Dort werden sie tierärztlich behandelt und weiter betreut, damit sie sich erholen können. Sobald sie wieder gesund sind, werden lokale Organisationen nach einem liebevollen, dauerhaften Zuhause für sie suchen.
Die Rettung zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden, Tierschutzorganisationen und der Bevölkerung ist, um gegen den grausamen Hundefleischhandel in Indien vorzugehen. Nach Recherchen von Humane World for Animals India werden in Assam schätzungsweise jedes Jahr Zehntausende Hunde gestohlen oder von der Straße eingefangen und über die Grenzen in benachbarte Bundesstaaten wie Mizoram und Nagaland transportiert, obwohl der Handel illegal ist. Der Handel wirft schwerwiegende Tierschutzprobleme auf und verdeutlicht, dass Gesetze konsequenter durchgesetzt und Kontrollen verstärkt werden müssen, um das Einfangen, den Transport und die Schlachtung von Hunden zu verhindern.
Keren Nazareth, Senior Director, Companion Animals and Engagementbei Humane World for Animals India, sagt: „Jeder Hund, der aus diesem Handel gerettet wird, ist ein Lebewesen, dem unermessliches Leid erspart bleibt. Das Besondere an dieser Rettung ist, dass sich erstmals mehrere Tierschutzorganisationen zusammengeschlossen haben, um die Hunde in einem koordinierten Einsatz gemeinsam mit der Polizei zu retten. Das ist ein wichtiger Fortschritt für den Tierschutz in der Region und zeigt, was wir erreichen können, wenn Organisationen gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten. Wir hoffen, dass diese Zusammenarbeit eine engere Abstimmung und weitere Einsätze anstößt, damit mehr Hunde vor Grausamkeit und Ausbeutung geschützt werden können.“
Dr. Shashanka Dutta, Gründer von JBF, erklärt: „Dies ist unsere dritte Rettungsaktion in diesem Jahr. Damit haben wir insgesamt 69 Hunde gerettet. JBF setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, diesen Handel zu beenden. Wir beobachten, dass die Grausamkeit zunimmt. Deshalb macht es uns wirklich Mut zu sehen, wie die Polizei in Assam handelt und ihren Einsatz verstärkt, um diesen illegalen Handel zu stoppen. Wir sind froh, dass weitere 26 Hunde vor einem schrecklichen Schicksal gerettet wurden. Für uns beginnt die größte Herausforderung jedoch jetzt. Wie bisher werden wir dafür sorgen, dass sie ihr Leben in Sicherheit verbringen können. Wir ermutigen Menschen, die diesen liebenswerten Hunden ein tierliebes Zuhause bieten können, sich zu melden und einen von ihnen zu adoptieren.“
Fakten:
- Jedes Jahr werden in Indien Straßenhunde und Hunde, die Halter*innen haben, gestohlen und für den Hundefleischhandel illegal über die Grenzen der Bundesstaaten transportiert.
- Die Rettung ist Teil des anhaltenden Einsatzes von Humane World for Animals India, den Hundefleischhandel in Indien schrittweise zu beenden. Es ist die dritte derartige Rettungsaktion der Organisation in diesem Jahr.
- Humane World for Animals India bietet gemeinsam mit einer lokalen Partnerorganisation ein Programm an, das Hundefleischhändler*innen in Nagaland alternative Einkommensmöglichkeiten eröffnet. Allein in diesem Jahr sind mehr als 50 Hundefleischhändler*innen in Nagaland freiwillig aus dem Handel ausgestiegen und haben sich für eine tierfreundliche Geschäftsalternative entschieden. Damit haben bislang insgesamt 80 Händler*innen an dem Programm teilgenommen.
- Anfang dieses Jahres sind erstmals drei Hundefleischgroßhändler*innen aus dem Handel ausgestiegen. Dabei wurden 18 Hunde gerettet.
- Humane World for Animals India arbeitet außerdem daran, die indischen Polizeibehörden und die Railway Protection Force zu schulen und zu stärken, um den Hundefleischhandel in Indien zu beenden.
Humane World for Animals setzt sich in ganz Asien dafür ein, den Hunde- und Katzenfleischhandel zu beenden. In Indien, Südkorea, Vietnam, Indonesien und China arbeitet die Organisation sowohl direkt als auch mit lokalen Partnerorganisationen daran, Veränderungen zu bewirken: durch Gesetzgebung, die Einbindung der Bevölkerung, Tierrettung, Tollwutimpfungen und Programme für alternative Einkommensmöglichkeiten. Seit 2012 leistet Humane World for Animals India Pionierarbeit bei der Geburtenkontrolle und dem tierschutzgerechten Umgang mit Straßenhundpopulationen, um das Leben von Straßenhunden im ganzen Land zu verbessern. Die Organisation arbeitet eng mit Regierungen und lokalen Behörden zusammen, um Straßenhundpopulationen tierschutzgerecht zu regulieren, die Sicherheit der Hunde zu gewährleisten und ein harmonisches Zusammenleben zu ermöglichen.
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